Scheidungskosten

Scheidungskosten – Das müssen Sie wissen!

Gericht und Anwalt

Bei einer Scheidung fallen sowohl Gerichtskosten als auch Anwaltskosten an. Die Höhe dieser Kosten richtet sich immer nach dem  Verfahrenswert. Der Verfahrenswert einer Scheidung berechnet sich nach dem Nettoeinkommen beider Partner, hochgerechnet auf drei Monate.

Beispiel: Sie verdienen 2.000 € netto monatlich, Ihr Partner verdient 1.500 € netto monatlich
– zusammen haben Sie ein Nettoeinkommen von 3.500 € pro Monat.
Das, hochgerechnet auf drei Monate, ergibt einen Verfahrenswert von 11.500 €.

Sowohl die Gerichtskosten als auch die Anwaltskosten sind ein exakt festgelegter Bruchteil des Verfahrenswerts. Die Gerichtskosten berechnen sich nach der Gerichtsgebührentabelle. Die Anwaltskosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Mit Hilfe des Streit- bzw. Gegenstandswertes lassen sich die Scheidungskosten für Anwalt und Gericht aus den entsprechenden Gebührentabellen ablesen. Für die Gerichtskosten ist das § 34 GKG (Gerichtskostengesetz) und für die Anwaltsgebühren § 13 RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) maßgeblich. Grundsätzlich gilt aber ein Mindestgegenstandswert von 2.000 Euro für die Scheidungskosten, die ist beispielsweise dann der Fall, wenn kein oder nur geringes Einkommen und Vermögen bei den Ehepartnern vorhanden ist.

Wenn eine Ehe in Trümmern liegt, steht es fast unvermeidlich im Raum: das ThemaScheidung. Ist es erst einmal aufgeworfen, stehen die Eheleute an einer Weggabelung, die grundsätzlich in zwei Richtungen weist. Welchen Weg davon das Paar wählt, hängt davon ab, ob beide Parteien an einer Ehescheidung im Einvernehmen interessiert sind.

Sind beide Ehegatten willens, sich scheiden zu lassen, spricht man von einer einvernehmlichen Scheidung. Sie ist mit Sicherheit der schnellere und einfachere Weg, den endgültigen Schlussstrich unter die gemeinsame Ehezeit zu ziehen.

Beratungs- und Prozesskostenhilfe
Alle Kosten können bei schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen von der Staatskasse getragen werden. In Abhängigkeit vom Einkommen kann die Hilfe mit (zinsloses Darlehen) oder ohne Rückzahlungsverpflichtung bewilligt werden.
Für die außergerichtliche Vertretung durch eine Anwältin oder einen Anwalt erhalten Sie Beratungshilfe. Dafür können Sie nach Darlegung Ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse bei Ihrem Amtsgericht einen Berechtigungsschein erhalten, mit dem Sie eine Anwältin oder einen Anwalt Ihrer eigenen Wahl aufsuchen können. Fragen Sie unbedingt vor der Beratung, ob ein Mandat gegen Beratungshilfe angenommen wird. Die Gebühren sind viel niedriger als sonst, und nicht alle Anwältinnen und Anwälte arbeiten zu diesen Konditionen.
Prozesskostenhilfe wird für Gerichtsverfahren gewährt und durch Ihre/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt bei Einleitung der Gerichtsverfahren direkt für Sie beantragt.