Scheidungsvoraussetzungen

Als Scheidungsvoraussetzung gilt zunächst: Eine Ehe wird gerichtlich geschieden, wenn sie ge­scheitert ist. Auf den Grund des Scheiterns oder eine etwaige Schuldzuweisung kommt es nicht an. Als ge­scheitert gilt eine Ehe, wenn die Lebensgemeinschaft der Eheleute tatsächlich nicht mehr besteht und ihre Wiederherstellung auch nicht mehr zu erwarten ist. Das Scheitern der Ehe als Scheidungsvoraussetzung wird dabei unwiderlegbar vermutet, sofern die Ehegatten seit drei Jahren getrennt leben oder bei einer Trennungszeit von mindestens einem Jahr beiderseitiges Einvernehmen mit der Scheidung besteht. Die Trennung beginnt mit dem Auszug eines Ehegatten aus der ehelichen Wohnung oder wenn die Eheleute innerhalb der gemeinsamen Ehewohnung ge­trennte Lebensbereiche schaffen und somit keine ehe­lichen Gemeinsamkeiten mehr gelebt werden. Dies lässt sich anschaulich mit der Trennung von Tisch und Bett beschreiben. Nur in den Ausnahmefällen der sog. Härtefallescheidung gelten geringere Scheidungsvoraussetzungen und es kann eine Ehe auch schon vor Ab­lauf des Trennungsjahres geschieden werden, soweit einem Ehegatten die Ehefortsetzung aus Gründen nicht mehr zumutbar ist, die in der Person des Anderen liegen.

Leben die Ehegatten schon 3 Jahre getrennt, so wird bereits gesetzlich vermutet, dass die Ehe gescheitert ist. Die dreijährige Trennungszeit ist grundsätzlich immer dann einzuhalten, wenn ein Ehegatte der Scheidung z. Bsp. aus religiösen Gründen nicht zustimmt oder nicht geschieden werden möchte. Damit dem scheidungswilligen Ehegatten trotz fehlender Zustimmung des anderen die Möglichkeit der Scheidung der Ehe eröffnet ist, wurde diese 3-Jahres-Frist festgelegt.

Eine Ehescheidung vor Ablauf des Trennungsjahres ist ebenfalls denkbar. Dies jedoch nur dann, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde. Es handelt sich hierbei um eine absolute Ausnahmeregelung, die aber beim Vorliegen besonderer Umstände anzuwenden ist.

Es handelt sich dann um eine sog. Härtescheidung. Diese kommt z. B. dann in Betracht, wenn der andere Ehegatte gewalttätig war oder wenn es um Alkohol- oder Drogenmissbrauch geht. Wenn eine Härtescheidung in Betracht kommt, sollte die Angelegenheit unbedingt mit einem Rechtsanwalt besprochen werden um zu klären, ob die Voraussetzungen für eine Härtescheidung gegeben sind.